The MountainMan-Ultra Alpnachstad, 20. August 2011

Den MountainMan hatte ich als Saisonhöhepunkt für dieses Laufjahr geplant. Ich hatte mich frühzeitig angemeldet und in der Nähe des Startgeländes ein Hotelzimmer reserviert. Mein Lauftraining in den vergangenen Monaten verlief optimal. Ich fühlte mich topfit. Der Wetterbericht für Samstag war gut. Somit stand meinem Abenteuer MountainMan nichts im Weg.
Bereits am Freitag war es sehr warm in Alpnachstad. Eigentlich liess sich da schon erahnen, was mich am Samstag erwartete. Bei der Startnummern-Ausgabe in Alpnachstad herrschte reger Betrieb. Nachdem ich meine Startnummer abgeholt hatte, ging ich retour ins Hotel. Nun ging es ans Rucksack packen (Pflichtausrüstung) und Startnummer befestigen. Zuletzt richtete ich noch die Tasche, mit den Duschsachen, welche ich auf den Pilatus Kulm transportieren liess. So gegen 18 Uhr begab ich mich wieder Richtung Startgelände. Ich gab meine Tasche ab und gönnte mir eine grosse Portion Pasta. Da ich etwas nervös war, trank ich im Hotel noch ein kleines Bier und schaute einen Film.
Am Samstagmorgen um 4 Uhr in der Früh musste ich aufstehen. Eine halbe Stunde später verliess ich das Hotel. Alles was ich zum Laufen nicht brauchte, verstaute ich im Auto. Anschliessend spazierte ich gemütlich zum Bahnhof Alpnachstad. So ab 4:45 Uhr trafen immer mehr Läufer ein. Es war immer noch stockfinster. Der Bus kam pünktlich um 5 Uhr. Ich bestieg den schon fast vollen Bus und suchte mir einen Stehplatz. Ich fuhr nun bis nach Stans, wo ich auf den Zug umsteigen musste. Die Zugfahrt dauerte dann auch noch Mal rund 30min. Schon kurz nach der Abfahrt des Zuges wurde ich wieder müde. Da ich eh nichts zu tun hatte, machte ich ein kleines Nickerchen. In Engelberg angekommen folgte ein kurzer Spaziergang zur Talstation der Trübsee-Bergbahn. Langsam wurde es hell.
Endlich in Trübsee angekommen, es war jetzt 06:28 Uhr, hatte ich nur noch einen Gedanken. Nein, nicht laufen… Eine Toilette! Nachdem ich mein „Geschäft“ verrichtet hatte, ging es zum Start, der vor ca. 3 Minuten stattgefunden hatte! Doch da war zum Glück noch nichts passiert. Etwa um 06:37 Uhr fiel der Startschuss.
Bereits nach 500m kam die erste Steigung. Diese war „zum Aufwärmen“ gedacht. Sie war kurz, aber heftig. Auf dem Jochpass (km 2.8) angekommen, gab es das erste Mal etwas zu trinken. Die Strecke führte nun dem Hang entlang hinauf auf den Grat und dann hinunter auf die Tannalp (km 8.8). Der Abstieg war sehr anspruchsvoll, da der Weg noch feucht vom Morgentau war. Jeder Schritt musste wohlüberlegt sein, sonst rutschte man aus.
Die nächsten Kilometer ging es dann immer wieder etwas aufwärts. Irgendwo mussten ja die 5000 Höhenmeter herkommen. Die Steigungen waren aber eher kurz. Bis Planplatten (km 15.9, 2:42:0,0) ging es mir gut. Ich kam verhältnismässig zügig vorwärts und konnte laufen. Nur steile Aufstiege bewältigte ich gehend. Auf dem nächsten Teilstück bis Käserstatt (km 21.6) ging es nur abwärts. Kaum unten angekommen, ging es gleich wieder hoch (wie könnte es auch anders sein…). Oben auf dem „Gibel“ angekommen hatte man eine herrliche Aussicht. Ich gönnte mir eine kleine Verschnaufpause. Mir wurde kurz vorher gesagt, dass nun der Abstieg zum Brünigpass begann. Der Abstieg war lange und steil. Ewig lang… Ich lief anfangs über Wiesen, dann auf Kieswegen und auf asphaltierten Strassen. Dann wieder über eine Wiese, usw. Nach 4:59:53,8 war ich auf dem Brünigpass (km 32.9). Mein Ziel, vor 12 Uhr hier anzukommen, hatte ich erreicht. Ich gönnte mir erneut eine Pause und verpflegte mich ausgiebig. Auch jetzt ging es mir noch gut. Nun folgte der längste Aufstieg des Laufes (ca. 8km lang).
Schon nach wenigen Metern begann die Steigung. Ich beneidete die Läufer mit Stöcken, denn diese wären hier von Vorteil gewesen. Die Kiesstrasse war teilweise extrem steil. Im ersten Drittel des Aufstieges hatte es immer wieder Brunnen mit Wasser und schattige Teilstücke. Doch beides wurde immer spärlicher. Die Sonne brannte nun gnadenlos herunter. Etwa in der Hälfte bekam ich Magenprobleme. Mir wurde übel. Ich konnte nur noch Wasser in kleinen Mengen trinken. Essen ging gar nicht. Dann kamen auch noch Magenkrämpfe dazu. Je höher ich kam, desto schmaler und exponierter wurden die Wege. Die Aussicht wurde immer schöner. Nur richtig geniessen konnte ich es im Moment nicht. Alle paar Meter musste ich anhalten, tief durchatmen und weiter ging es. Auf den letzten paar Metern der Steigung musste ich noch einen Grat überqueren. Er war knapp 50cm breit und auf der einen Seite hatte es ein Stahlseil als Geländer. Ich setzte einen Fuss vor den anderen und überquerte den Grat ganz langsam. Doch so richtig wohl war mir dabei nicht. Nun sassen immer wieder Läufer am Rand, die Pausen machten. Ich war wohl nicht der einzige mit Problemen.
Nach einer gefühlten Ewigkeit oder ca. 2¼h Aufstieg kam ich auf Schönbüel (km 41 7:20:0,0) an. Jetzt wollte ich nur noch trinken und am Schatten sitzen. Bis hier war ich schon über 7h gelaufen. Es ging mir nun wirklich schlecht. Der Aufstieg an der prallen Sonne hatte an meinen Kräften gezehrt. Ich begann zu rechnen: Schneller wurde ich nicht mehr, d.h. 8-9h für die restlichen 39km. Ich beschloss aufzuhören. Das Ziel konnte ich nicht mehr erreichen. Ich war zu langsam…
Ich gab meinen Chip dem Streckenposten und meldete mich ab. Nach mindestens 2 Litern Iso-Getränken und Wasser ging es mir wieder besser. Ich nahm meinen Rucksack und begab mich zur Bahn. Ein Wanderer fuhr mich mit seinem Auto zur Bushaltestelle, welche ich ohne ihn wohl gar nie gefunden hätte. Ich schaute auf den Fahrplan. Ups, eine Stunde warten. Plötzlich hielt ein Auto an. Ein anderer Läufer, der auch aufgegeben hatte, nahm mich mit nach Alpnachstad. Nach dem ich mein Gepäck abgeholt hatte, machte ich mich auf den Heimweg.
Es war ein schöner, super anstrengender Lauf. Werde vermutlich nächstes Mal den Marathon laufen, dann habe ich auch die zweite Hälfte der Strecke gesehen.
Warum ich wieder Magenprobleme bekam, weiss ich nicht. Vielleicht habe ich zu viel Wasser getrunken oder ich vertrage die Gel‘s nicht mehr.

Resultat: 32.9km in 4:59:53,8 DNF (inoffiziell: 41 km in 7:20:0,0)

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