Graubünden-Marathon Chur, 27. Juni 2009

Kurz nach sechs Uhr morgens machte ich mich auf den Weg nach Chur. Ich fuhr mit gemischten Gefühlen nach Chur, denn es hatte in der Nacht geregnet. Auch während der Fahrt regnete es immer wieder. Da ich zeitmässig sehr gut unterwegs war, legte ich noch eine Kaffeepause auf der Raststätte „Heidiland“ ein. Der Parkplatz in Chur befand sich in unmittelbarer Nähe der Autobahnausfahrt und war noch fast leer. Ich holte meinen Laufrucksack und die Sporttasche aus dem Kofferraum und begab mich zur Bushaltestelle. Im Startgelände angekommen, holte ich zuerst meine Startnummer ab. Ich verstaute alles, was ich zum Laufen nicht benötigte in der Sporttasche. Anschliessend brachte ich sie zur Sammelstelle für das Gepäck. Die restliche Zeit bis zum Start verbrachte ich in der Turnhalle, da es immer wieder regnete und unterhielt mich mit Martin Schultze. Doch welch Wunder, kurz vor dem Start hörte es auf zu regnen. Um 09.15 Uhr war der Start. Der erste Kilometer führten durch die Innenstadt von Chur. Kaum etwas ausserhalb von Chur ging es auch schon das erste Mal aufwärts. An den ersten Verpflegungsstellen gab es nur zu trinken oder Riegel. So ging es nicht sehr lange und ich bekam Hunger. Ich „opferte“ ein Not-Gel. Zum Glück hatte es an der nächsten Verpflegungsstelle dann Brot, Bananen und Gel-Tuben. Ich versuchte auch eine Gel-Tube, doch so wirklich schmackhaft waren die nicht. Bis Parpan ging es dann immer leicht aufwärts. Ich fand relativ schnell meinen Rhythmus und kam zügig voran. Nach Parpan führte die Strecke durch ein Waldstück. Von einem Weg kann nicht die Rede sein. Die Strecke war vom vielen Regen aufgeweicht und glich eher einer Schlammgrube. Weiter ging es dann über eine Wiese Richtung Heidsee, welchen wir einmal umrunden mussten. Beim Seerestaurant wurden Würste gegrillt. Mmmh, wäre jetzt eine Bratwurst gut….
Bei der Verpflegungsstelle in Lenzerheide gönnte ich mir eine längere Verpflegungspause. Das erste Teilstück verlief durch den Wald. Man musste sich fast an den Wurzeln den steilen Hang hinaufziehen. Wie aus dem Nichts tauchte eine Verpflegungsstelle auf. Auf beiden Seiten des Pfades, eher eine hohle Gasse, waren Becher mit Wasser und Iso-Getränk auf die Steine gestellt. Bis zur Mittelstation war die Strecke dann wieder eher flach und man konnte wieder etwas zügiger laufen. Bei der Mittelstation holte ich meinen Regenjacke aus dem Rucksack und zog sie an. Hier oben, im Nebel, war es etwas kühl. Nach einer kurzen Pause ging es weiter. Nun auf einer Schotterstrasse. An Anfang war es noch eher flach, doch es wurde immer steiler. Irgendwann befanden wir uns auf einer Skipiste, welche dann so richtig saumässig steil war (ist ja auch zum Skifahren und nicht zum hochlaufen gedacht). Die letzten zwei Kilometer führten über Schneefelder und Bergwege. Hier musste ich so richtig kämpfen und dem inneren „Schweini“ die Krallen zeigen. Auf dem letzten Kilometer hörte man dann immer den Ziel-Speaker. Weit war es jetzt nicht mehr, einfach nur noch steil. Und dann sah ich es. Das Ziel! Ich machte zuerst ein Foto, lächelte für den Fotograf und rannte die letzten Meter über die Ziellinie.
Meine Sporttasche mit den Wechselkleidern bekam ich sehr schnell. Da ich keine Garderoben oder ähnliches fand, zog ich mich kurzerhand im Gang um. Als ich frisch angezogen war, rief ich meine Frau an und sagte ihr, dass alles in Ordnung sei. Bevor die nächste Seilbahn kam, trank ich noch eine heisse Bouillon und ass etwas Brot. So gegen 18 Uhr war ich zu Hause. Nachdem ich geduscht hatte, gingen meine Frau Ivana und ich eine grosse Pizza essen.
Werde voraussichtlich nächstes Jahr wieder am Graubünden-Marathon starten. In der Hoffnung natürlich, dass das Wetter besser ist.

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